Winterwunderzauberschöne Grüße

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Schloss Nordkirchen - Das westfälische Versailles

Donnerstag, 29. Juni 2017

Von der Schönheit

Was ist schön?

Oder sollte man nicht lieber fragen: Warum ist etwas schön?

Man sagt, dass die Schönheit im Auge des Betrachters liegt und sicherlich geht es dabei um den subjektiven Geschmack , die Vorlieben, die wir schon sehr früh in der Kindheit ausbilden.
Darüberhinaus gibt es aber ein universelles, nicht so sehr von kulturellem Hintergrund oder der Erziehung beeinflusstem Ideal von dem, was Menschen als schön, angenehm, geschmackvoll, harmonisch, ästhetisch oder zeitlos empfinden.

Die Schönheit der Sprache
Geht es Euch auch manchmal so, dass die Schönheit der Sprache eines Buches, Gedichtes, Euch so überwältigt und Ihr manche Passagen immer und immer wieder lesen wollt, so berührend sind sie?


Dieses Buch des Literaturnobelpreisträgers von 1946, Hermann Hesse, der übrigens auch ein passionierter Gärtner war, laß ich während des Abiturs und es gehört für mich zu der schönsten Literatur, die ich jemals lesen durfte. Hesses Worte sind wie Pinselstriche eines Malers, die ein Bild aus Träumen, Wahrheiten und Sehnsüchten erstehen lassen. Schon die Beschreibung des alten Kastanienbaumes am Anfang des ersten Kapitels ist große, sprachliche Kunst.Ein Buch, dass einen in die Tiefe des menschlichen Seins zieht.

Das Hohelied der Liebe
1.Korinther, 1-13

"Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete,
hätte aber die Liebe nicht,
wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke..."

Wohl eines der schönsten Verse über die Liebe.
Holt doch mal die Bibel raus und lest es zu Ende.

Die Schönheit der Stimme

Eine schöne Stimme ist die halbe Miete. Während meines Studiums arbeitete ich im Büro eines kleinen Unternehmens, das auch Kontakte zu Unternehmen in Italien bzw. Südtirol unterhielt. Eines Tages, ein Anruf aus Italien, ein Herr namens Pizutto der mit der angenehmsten, südtirolerischen Klangfärbung in seiner Stimme Deutsch sprach. Ein wundervolles Timbre hatte dieser Mann und natürlich fragt man sich:"Wie sieht er wohl aus?"
Ich kürze ab.
Ungefähr 100 Telefonate später kündigte er seinen Besuch an. Jeder wollte ihn kennen lernen.
Obwohl ich an diesem Tag Dienst gehabt hätte gewährte mir die Chefsekretärin just an diesem Tag ein Päuschen.
Tja, was soll ich sagen, man beschrieb ihn mir später als eine jüngere Kopie von Angelo Branduardi. Hier lag die Schönheit im Ohr des Zuhörers.

Christian Brückner, The Voice

Manchmal bin ich einfach zu müde zum Lesen.
Wie gut, dass es Hörbücher gibt. Da fühlt man sich von einer Stimme umhüllt und tief geborgen, wie früher, als man Kind war und die Oma oder Mutter einem vor dem Zubettgehen vorlas.
Bei Hörbüchern bin ich aber wählerisch. Noch längst nicht jede Stimme kommt mir aufs Ohr.
Christian Brückner gehört zweifelsfrei zu den schönsten, angenehmsten Vorlesern die durchs Ohr in meinen Geist geschlüpft sind.



Die Schönheit in der Musik

Die Sprache der Musik ist universell, sie braucht keinen Dolmetscher. Mit Musik verbinden wir Erinnerungen, Emotionen.Musik kann uns beglücken aber auch tieftraurig machen. Manchmal genügen nur ein paar Takte und in uns strömt es.
Es kommt nicht von ungefähr, dass die Musik Mozarts von den meisten Menschen, auch wenn sie keine ausgewiesenen Klassikliebhaber sind, als angenehm empfunden wird.
Mozarts Musik ist oft reich an hohen Frequenzen und soll bei Babies die Synapsenausbildung im Gehirn bereits im Mutterleib fördern. Manche behaupten auch es fördere die Milchproduktion bei Kühen. Ich kann mir ein Leben ohne die Musik Mozarts jedenfalls nicht vorstellen.


Anderthalb Jahre war Mozart unterwegs, durch halb Europa ,auf der Suche nach einer Festanstellung an einem der Fürstenhöfe.
Vergeblich!
1778 kehrte er mit seiner Mutter nach Paris zurück und bewohnte eine Wohnung im Haus 8, rue du sentier.


Gedenktafel am Haus 8, rue du sentier, Paris

Am 3 Juli 1778 verstarb Anna-Maria Mozart, 58-jährig, nach 14-tägigem Krankenlager.


Anna-Maria Mozart 1720-1778

Für Mozart brach eine Welt zusammen. Seine Trauer,seinen Schmerz, den grossen Verlust bringt er im langsamen Teil seines Konzertes für Flöte und Harfe, KV 299 , zum Ausdruck.
Hört selbst!



Oder, eine der schönsten Pop-Balladen die ich kenne


Through the barricades, Spandau Ballett

Die Schönheit des Antlitz

Schönheit oder das, was wir dafür halten ist eine subjektive Empfindung des Wohlgefallens.
Im Altertum ging man davon aus, dass Schönheit berechenbar sei.
Der griechische Mathematiker Euclid, hat im 3 Jahrhundert vor Christus zum ersten Mal eine Formel erwähnt, die man seit Mitte des 19. Jahrhunderts als "Goldenen Schnitt" kennt.
Danach sei das Pantheon in Athen erbaut worden


als auch die Mona Lisa gemalt worden.


Mona Lisa "goldenes Dreieck"

Es war der Wunsch nach perfekter Harmonie und Symmetrie.
Bauwerke, Gemälde,aber auch Erscheinungsformen dieser Art, die in der Natur zu finden  sind, sollen auf den Betrachter besonders harmonisch und ansprechend wirken.


Vollkommene Symmetrie 


Barock Schloss Nordkirchen
Vollkommene Symmetrie

Die vollkommene Symmetrie kommt beim Menschen so gut wie nie natürlich vor. Cindy Crawford war eines der gefragtesten Models der 80er und ihr Gesicht war alles andere als symmetrisch.


Vielleicht liegt der Reiz ja im Unvollkommenen. 
Perfektionismus hat auch oft etwas abstoßendes, unwirkliches.

Heute verdienen sich Ärzte die Nasen begradigen oder kleiner hobeln, Brüste vergrößern und Pobacken tunen, Zähne bleichen und Wangenknochen aufpolstern eine goldene Nase.
Habt Ihr Euch nicht auch so manches Mal gefragt ob das alles vom "lieben Gott" oder vom "Herrgottschnitzer" erschaffen wurde?

Vollkommene Schönheit darf bewundert werden sollte aber nicht zur Obsession werden.


Nofretete


Geliebte Audrey Hepburn


Neues Museum Berlin


Ikone

Laßt uns doch einfach wild und frech und wunderbar bleiben, so wie wir sind, so herrlich unvollkommen, so menschlich, so unbeschreiblich schön und würdevoll.

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