Beim Heurigen in Traiskirchen

Mittwoch, 1. Juli 2015

Die Würde des Schweins ist unantastbar

Unsere wundervolle Adele ist heute über die Regenbogenbrücke gegangen.
13 Jahre wurde sie alt und hatte, im Gegensatz zu den Millionen anderer armer Schweine die täglich auf unseren Tellern und im Abfall landen, ein traumhaftes, würdevolles Leben. Sie hinterlässt ihren Mann , zwei Kinder und mich - adeleseelenallein.


Mein schönes Borsti-Mädel


Ein schönes Schweineleben war es (Adele im Hintergrund)


Lebe wohl auf deiner Regenbogenwiese mein süßes, sanftes Adelchen. ich werde dein zartes Begrüßungs-Öff-Öff schmerzlich vermissen. Ich bin sehr, sehr traurig, dass wir uns nun eine ganz lange Zeit nicht mehr sehen werden. Die Bilder von dir in meinem Herzen, werden mich nun bis zum Ende meines Lebens begleiten und trösten.


Dienstag, 30. Juni 2015

Es ist Sommer....

Endlich ist er da, der Sommer!


Der Garten explodiert bei diesem Wetter und läßt die holde Gärtnersfrau nicht zur Ruhe kommen. Die Stunden im Garten sind Meditation und Muße und man wird doch für alles belohnt, wenn die balsamischen Düfte von Rosen und Lavendel die Sinne betören.


Warm Welcome


Wahlspruch meiner Großmutter


Ruheplätzchen?


Einer unserer Froschkonzertsolisten

Seine Lieblingsarie: Nessun dorma (Keiner schlafe) aus Puccinis Oper Turandot


Im Vordergrund blüht "Maria Theresia", links, am Pavillon "Lawinia" daneben "Belle de Crecy". Rechts vom Pavillon wartet "Felicité et Perpetue" auf ihren großen Auftritt


Lawinia


Im Vordergrund "Souvenir de la Malmaison", daneben "Benjamin Britten" weiß blühend "Schneewittchen" im Hintergrund am Pavillon "Russeliana"


Russeliana


Hier blüht die wunderschöne "Heritage", eine von über 170 Rosenstöcken in unseren Gartenräumen


Gestatten: Schneewittchen über ihr der blaue Dortmunder Himmel


Hier geht es zum Garten für die Gäste unseres

Country Lovers Cottage


Gästeterasse



Der Neuzugang im Cottage Garten, mein Herzenswunsch, eine "Marlborough Bank"


Mein kleines Britannien


Da blühte noch der Apfel "Cox Orange"


Die "Villa Wellblech"







Mittwoch, 28. Januar 2015

Große Oper - Lina Cavalieri 25.12.1874 - 07.02.1944 Die Muse Fornasetti´s

Die Mona Lisa der Florentiner Manufaktur Ritossi


Natalina (Lina) Cavalieri


Wer ist diese Unbekannte, die uns von Vasen zublinzelt, kostbares Geschirr ziert, die mal einen Schnurrbart  á la Dali trägt oder eine Maske wie Zorro? Fast jeder hat sie schon einmal gesehen und seit der Mailänder Künstler Piero Fornasetti sie 1950 in Holz geschnitten hat, wurde ihr Konterfei millionenfach abgebildet.


Seine Muse war die Opernsängerin Lina Cavalieri, die man seinerzeit auch die Königin der Belle Époque nannte. Das Kind armer Eltern fiel früh durch ihre Schönheit und ihren glockenhellen Gesang auf.. Ihr Talent blieb nicht unerkannt. Früh schon stand sie auf den Opernbühnen von Neapel, Rom, Paris, Berlin, London und New York u. a. mit ihrem guten Freund Enrico Caruso.
Ihr wurden unzählige Affären nachgesagt, mit einem russischen Prinzen, einem amerikanischen Millionär aus der Astor-Dynastie, einen deutschen Herzog soll sie gar geheiratet haben. Nicht alle Liebschaften sind verbürgt.


Als ihre Stimme den Zenit überschritten hatte, eröffnete sie 1914 einen Schönheitssalon in Paris, kreierte ein eigenes Badesalz und riet allen Frauen zum flachen Kopfkissen zwecks Vorbeugung eines Doppelkinns.
In den USA drehte sie Stummfilme bevor sie 1925 zurück in die Heimat fand. Sie gab Gesangsunterricht in ihrer Villa Capuccina in Fiesole bei Florenz.

 Schrifsteller Gabriele d´Annunzio schwärmte: Sie sei die Verkörperung der Venus auf Erden
 Königin der Belle Époque
 Ihr Konterfei auf Postkarten jener Zeit
Césare Tallone portraitierte Lina Cavalieri 1900

Bei einem Bombenangriff der Alliierten im Jahre 1944 kam sie 70-jährig um´s Leben. Ihr Körper wurde nie gefunden.

Fornasetti und seine Muse sind sich nie begegnet. Er fand ihr Foto in einem Buch aus dem 19. Jahrhundert und war gleich begeistert von ihrer makellosen Präsenz.
An die 350 Variationen gibt es von ihrem Gesicht. Auf einen Teller ließ es Fornasetti 1952 zum ersten Mal drucken. 



Wer einen Sinn für Schönheit besitzt, kommt an dieser Dame einfach nicht vorbei. Ihre großen, kindlichen Kulleraugen springen einen förmlich an und die vielen, vielen Teller mit ihrem Bild wecken die Sammelleidenschaft.





Bedenkt bitte, das es sich um eine historische Aufnahme handelt, aber so kann man sich doch einen kleinen Eindruck von ihrer Stimme verschaffen.

Dienstag, 27. Januar 2015

Gegen das Vergessen - Das hohe Lied der Freundschaft

Heute, am 70 sten Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Sowjetarmee, möchte ich Euch eine kleine "Liebesgeschichte" erzählen.


Leni und Alice waren von Kindesbeinen an Freundinnen. Sie hatten als Kleinkinder den ersten Weltkrieg überlebt, gingen zusammen zur Schule, teilten alle Geheimnisse miteinander, zogen sich manchmal sogar wie Zwillinge an. Das Alices Mutter Jüdin war, das war in den 1920er Jahren überhaupt kein Thema. Die preußische Tugend Toleranz wurde noch gelebt. Mit der Machtergreifung Hitlers sollte sich das aber bei vielen ändern.

Leni und Alice 


Auf einmal sollte alles anders sein. Die Verblendungsmaschinerie setzte sich in Gang und Millionen ließen sich verführen. Ich bin heute noch fassungslos darüber, dass Menschen aus deren Mitte ein Schiller, Goethe, Beethoven entstammt,eine humanistisch geprägte Gesellschaft die schon im 18. Jahrhundert durch Friedrich den Großen "aufgeklärt" wurde, so ein gewissenloses, menschenverachtendes Verhalten toleriert hat. 


Ungeachtet dieser Lebensrealität trafen sich Leni und Alice später heimlich, gaben sich gegenseitig Trost und Halt. Leni konnte den Nazis und dieser platten Deutschtümelei nichts abgewinnen, bei ihr ging die böse Saat nicht auf. Als Alices schwerkranke Mutter ins Arbeitslager, was ihren sicheren Tod bedeutet hätte, gebracht werden sollte, ging Alice für ihre Mutter. Lenis Mann fiel im Krieg, irgendwo in Frankreich, 1944, man hat ihn nie gefunden, er war keine 30 Jahre alt und Leni hat nie wieder geheiratet, und Alice? Dem Himmel sei Dank, haben die Amerikaner das Lager, in dem Tante Alice  war befreit. Die Freundinnen hatten sich wieder, aber mit dem Krieg und der grausamen Nazidiktatur starb auch ihre Jugend, ihre Träume , ihre Hoffnungen. Die Kinder dieser Zeit wurden ihrer Unschuld beraubt.


Wie oft habe ich in Tante Alices Garten als Kind gespielt, mehr als 20 Jahre nach Kriegsende. Diese liebe, warmherzige Frau dessen Garten voller bunter Blumen war, ein Garten durchflutet von Licht, Farben und Liebe zum Leben und zu den Menschen. Wir dürfen und wir werden sie nicht vergessen, die Millionen, die der Nazidiktatur zum Opfer fielen. Solange sich auch nur einer an sie erinnert, sind sie nicht tot.



Tante Alice

Versucht Euch einfach lieb zu haben, es ist doch gar nicht so schwer!

PS: Leni war meine wunderbare, kluge Grossmutter.


Mittwoch, 31. Dezember 2014

Ein gutes Jahr!

Ihr Lieben, wo immer Ihr auch seid,


ich wünsche Euch von Herzen ein friedvolles, traumschönes, überraschungsreiches, liebevolles, gütiges, demütiges, erinnerungsreiches, unvergessliches, glückliches, zufriedenes, gesundes, behütendes, zärtliches, beschützendes, buntes, leises, lautes, prickelndes,sanftes, verzeihendes, mildes - ach ich wünsche Euch einfach ein verdammt gutes Jahr.


Und vergesst nicht, jeden Tag eine gute Tat und ist sie noch so klein!





Und jedem Anfang wohnt ein  Zauber inne.......

Donnerstag, 27. November 2014

Jan Josef Liefers liest.....


...mir seit einigen Tagen jeden Abend etwas vor.

Jetzt, wo die Tage kürzer werden ziehen sich viele mit einem guten Buch in die gemütliche Kuschelecke auf dem Sofa zurück. So habe ich das früher auch gemacht. Seit einigen Jahren aber, lade ich mir tolle Stimmen ein, die mir vorlesen, so wie es früher die Mama oder die Oma getan hat. Sehr atmosphärisch und im Falle von Jan Josef Liefers ein wahrhaft vergnüglicher Ohrenschmaus und so herrlich entspannend. Augen zu, Kopfhörer auf und eintauchen in eine andere Welt....


...in die Welt des 72- jährigen, laotischen Pathologen Dr. Siri Paiboun, der wie die Jungfrau zum Kinde, an diesen Job kam. Herrlich kauzig und unerhört liebenswert ist dieser Dr. Siri, schlau und bisweilen verschlagen, lebensklug und weise. In "Dr. Siri und seine Toten", muß der kauzige Arzt mit übersinnlicher Intuition und einem französischen Pathologie-Handbuch aus dem Jahr 1948 seinen ersten Fall lösen. Den Tod der Gattin eines hohen Parteikaders.

 Jan Josef Liefers haucht dieser Figur Leben ein, er ist ein grandioser Vorleser, Liefers ist Dr. Siri!

 Schräge Charaktere liegen ihm und seiner Stimme.

Angesichts der Tatsache, dass Liefers zum populärsten Krimi-Ermittlerduo im deutschen Fernsehen gehört und als Münsteraner Chefpathologe Prof. Dr. Carl-Friedrich Boerne im Tatort Münster ebenso kauzig und skurril seine Fälle löst, dürfte ihm die Figur des Dr. Siri nicht schwergefallen sein. Man hört den Spaß und das Vergnügen, dass Liefers an diesem Buch hatte, heraus.

Diese Buch zu hören hat mir großes Vergnügen bereitet.


Jan Josef Liefers, einer der ganz großen deutschen Schauspieler hat mich wahrhaft königlich unterhalten.

Jan Josef Liefers als Prof. Boerne im Tatort Münster 

Falls Ihr noch ein Weihnachtsgeschenk sucht, wie wäre es mit einem Hörbuch von Colin Cotterill´s "Dr. Siri" gelesen von Jan Josef Liefers!



Sonntag, 9. November 2014

9. November 1989 - Die Nacht als die Mauer fiel

Der Bau der Mauer 1961 traf fast jede deutsche Familie, hüben wie drüben. Irgendwie hatten wir aus dem Westen doch alle Verwandte in der DDR und solange man sich besuchen konnte, war die Teilung der beiden deutschen Staaten auch erträglich. Das sollte sich aber schlagartig ändern. Die Deutschen im Osten wurden eingemauert!

 Beginn des Mauerbaus 13.08.1961

Flucht des Grenzsoldaten Conrad Schumann (19 Jahre alt)
15.08.1961

Fast 600 Menschen starben im Laufe der Jahrzehnte an der innerdeutschen Grenze. Sie ertranken beim Versuch durch die Elbe in den Westen zu schwimmen, wurden hinterrücks erschossen. Brüder schossen auf Brüder. Von der Rosa Luxemburg Maxime "Freiheit ist auch immer die Freiheit der Andersdenkenden", wollte das diktatorische, menschen verachtende Unrechtsregime der DDR nichts wissen.
Für die Freiheit haben sie ihr Leben geopfert.
 Ohne Worte
 Eine Mauer mitten durch´s Leben

Die jüngsten Maueropfer waren Jörg Hartmann (10 Jahre alt) und Lothar Schleusener (13 Jahre alt). Die beiden Freunde wurden beim Fluchtversuch an der Sektorengrenze Berlin-Treptow am 14. März 1966 an der Mauer erschossen.
Mir fehlen die Worte!

 Chris Gueffroy (20 Jahre alt) erschossen am 6.2.1989, knapp 9 Monate vor dem Fall der Mauer

Michael Bittner, hier mit seiner Mutter
erschossen am 24.11.1986
Es bleiben Fragen.

Keine Gedenkfeier dieser Welt macht sie wieder lebendig. Die meisten Täter zeigen immer noch keine aufrichtige Reue, sie beriefen sich immer auf ihre Befehle, aber hat nicht jeder Mensch eine Wahl?
 

Heute vor 25 Jahren schrieben die Menschen im Osten unseres Landes Weltgeschichte. Die friedliche Revolution brachte die Mauer zum Einsturz. Ich saß mit meiner Mutter vor dem Fernseher, wie gebannt, und als sich um 23:29 Uhr der Schlagbaum des Grenzpostens Bernauer Straße öffnete und wir vor Freude weinten, da wußten wir, die DDR ist Geschichte.

Ohne die Weitsicht, die Vision und das Vertrauen dieses großen Staatsmannes und Friedensnobelpreisträgers hätte es die deutsche Einheit nie gegeben.

Michail Gorbatschow