Alaaf und Helau - Karneval an Rhein und Ruhr

Mittwoch, 20. Dezember 2017

Wo die Weihnachtskugel "geboren" wurde - Aus Lauscha in die ganze Welt


Der erste urkundlich erwähnte, und mit Süßigkeiten und Naschwerk geschmückte Weihnachtsbaum, stand in Freiburg im Jahr 1419. Die Bäcker der Stadt hatten ihn gestiftet und am Tag der Heiligen Drei Könige, dem 6.Januar 1420, durfte er von Kindern "geplündert" werden. Von der Tradition des Baumplünderns erzählten mir noch meine Grossmütter, die eine Jahrgang 1906, die andere 1916.

 Im frühen 19. Jahrhundert kamen dann vergoldete und versilberte Äpfel und Nüsse hinzu, doch nicht jeder konnte sich diesen damals kostspieligen Christbaumschmuck leisten.
Wohl auch nicht der arme Glasbläser aus Lauscha in Thüringen, der im Jahr 1847 aus Glasstangen einer nahen Glashütte, über einem Bunsenbrennerfeuer, die ersten Weihnachtskugeln blies.


Lauscha in Thüringen
Seit hunderten von Jahren Glasbläserstadt


Nostalgischer, alter Weihnachtsschmuck


Antiker Glasschmuck aus Lauscha gesehen bei ebay.de


Gut verpackt kann er von Generation zu Generation weitergegeben werden


Alle Farbe, alle Formen sind möglich

Im Auftragsbuch eines Lauschaer Glasbläsers aus dem Jahr 1848 findet sich bereits eine Bestellung über 6 Dutzend Kugeln unterschiedlichster Größe.


Vielleicht kam die Bestellung 1848 ja vom englischen Königshaus
Queen Victoria und Prinzgemahl Albert

Auch im Jahr 2017 werden wieder Kugeln aus Lauscha den Weihnachtsbaum der Queen schmücken



Queen vor Christbaum mit Weihnachtsschmuck aus Lauscha

Den schönen Glanz erhielten die Kugeln damals durch eine gesundheitsschädliche Legierung aus Zink und Blei. Ab 1870 entstand der Silberglanz durch Silbernitrat, das auch heute noch verwendet wird. 
In jenem Jahr erhob das deutsche Kaiserhaus den Weihnachtsbaum zum nationalen Symbol.


Frank Winfield Woolworth

Dieser Herr importierte im Jahre 1880 die ersten Weihnachtskugeln aus Lauscha in die USA. Die Produktion im kleinen Lauscha wurde dadurch enorm ausgeweitet. Durch die erbaute Gasleitung und die damit verbundene, erhöhte Temperatur der Flamme, wurden die Kugeln aus Lauscha immer dünner, feiner, leicht wie Federn. Der Export der Glaswaren in alle Welt milderte die damalige Inflation und Wirtschaftskrise in Deutschland ab.


Schöner, alter Weihnachtsschmuck


Wie gezuckert


Nostalgie Weihnachtsschmuck

Auch heute wird im kleinen Lauscha, mit gerade mal 4000 Einwohnern, in Familienbetrieben Glasschmuck, der in alle Welt verschickt wird ,in Handarbeit hergestellt. Diese Stücke, die teilweise schon Sammlerwert haben, kann man nicht mit Billigware aus Fernost vergleichen. Es sind kleine Kostbarkeiten, fragile kleine Schätze, die gut verstaut jedes Jahr zur Weihnachtszeit auf ihre Wiedergeburt am Baum aller Bäume warten.


Märchenfiguren
Aschenputtel


Frau Holle
Allerliebst, nicht wahr?

Hänsel und Gretel

Es gibt fast alles. Keine Wünsche bleiben offen.


Silbernes Einhorn


Wunderschöner Kolibri


Meerjungfrau


Napfkuchen

Unter den folgenden Webadressen findet Ihr Weihnachtsglasschmuck aus Lauscha der weltweit verschickt wird:



Weihnachtsbaum vor Schloss Windsor mit Kugeln aus Lauscha


Hier verbringt die Queen die Weihnachtsfeiertage
Schloss Sandringham, Drawing Room


Dining Room
Schloss Sandringham

Ich kaufe jedes Jahr 1 bis 2 neue Figuren für den Weihnachtsbaum, natürlich aus Glas, natürlich aus Lauscha. Meist wähle ich Motive, die ich über das ganze Jahr dekorieren kann, denn die Stücke sind zu schade, um sie nur zur Weihnachtszeit hervor zu holen.
Dieses Jahr kam neu hinzu Mr. Fox.


Ich liebe Füchse.
Obwohl ein Fuchs vor 2 Jahren fast alle unsere Hühner gerissen hat, liebe ich diese Tiere und halte sie für äußerst schützenswert. Leider gräbt der Mensch ihnen immer mehr ihres natürlichen Lebensraums ab.

Ich hoffe ich habe Euer Interesse an einem originalen Stück deutscher Weihnachtstradition geweckt.
Viel Spaß beim Stöbern im Netz und viel Freude beim Schmücken des Christbaumes.

Wie schmückt Ihr Euren Baum?
Traditionell in Rot-Gold, Bunt oder einfarbig? Mit Lametta?
Hier noch ein paar Anregungen:


Üppig und barock


Klassisch


Ländlich


Frostig-Weiß


Lebkuchenbaum


Donnerstag, 14. Dezember 2017

Wie der Christbaum nach England kam

Hierzulande kann man an Weihnachten auf vieles verzichten, auf eines aber gewiss nicht, zu Weihnachten brauchen wir unseren Christ- oder Weihnachtsbaum.

29,5 Millionen waren es im vergangenen Jahr, gut 22 Millionen davon waren Nordmanntannen, die ihren Ursprung im Kaukasus, in Georgien haben, entdeckt von dem finnischen Naturwissenschaftler von Nordmann im Jahre 1838.

Rein  theoretisch hätte es also eine Nordmanntanne sein können, die Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha im Jahre 1840 als traditionelles, deutsches Weihnachtsbrauchtum mit nach England gebracht hat, nachdem er Königin Victoria geehelicht hatte - aus Liebe versteht sich. Es war aber wohl eher eine Fichte.

Mit deutschen Auswanderern gelang diese Tradition auch in die Neue Welt und trat so ihren Siegeszug rund um den Globus an.

Victoria & Albert



Das Königspaar nebst ihren Kindern

Die Familie Sachsen-Coburg und Gotha mit ihrem deutschen Weihnachtsbaum im Jahre 1848


Der immergrüne Baum symbolisiert die immerwährende Hoffnung auf Lebenserhalt im dunklen Winter und steht für Treue. Nicht umsonst heißt es:...O Tannenbaum, O Tannenbaum, wie treu sind deine Blätter.....
In frühen Zeiten behängte man ihn mit Äpfeln sog. Paradiesäpfeln. Das waren Äpfel von besonders schöner, roter Farbe.(Mit dem biblischen Paradiesapfel sind sie nicht gemeint, da Äpfel zur damaligen Zeit noch nicht kultiviert waren. Welche Früchte vom Baum der Erkenntnis gepflückt wurden, weiß man heute nicht so genau, vielleicht waren es Granatäpfel)Die roten Äpfel am Weihnachtsbaum symbolisierten das Blut Christi, das vergossen wurde um die Welt zu erlösen.





Jahrelang wurde bei uns zuhause der Baum mit roten Äpfeln geschmückt.
Der rote Apfel steht als Symbol auch für das Paradies, aus dem wir vertrieben wurden. Wie schrieb Heinrich von Kleist....das Paradies ist verschlossen, der Cherub steht hinter uns und wir müssen die Reise um die Welt antreten um zu sehen, ob es hinten vielleicht wieder offen ist.




Zu Zeiten Friedrichs des Grossen, wurden Kartoffeln an den Baum gehängt. Zunächst in Gold, später kamen auch andere Farben wie Blau und Rot dazu. Vielleicht waren das die Prototypen der Weihnachtskugel, die ihren Ursprung in Thüringen haben.



Und auch bei der Kartoffel handelt es sich um eine Art Apfel, Pommes de Terre sagen die Franzosen, wir sagten früher dazu Erdapfel. Die Kartoffel wiederum ist ein Nachtschattengewächs wie die Tomate und die heißt in Österreich Paradeiser, Paradiesapfel. Wie wir es auch drehen und wenden, wir kommen immer ins und auf das Paradies zurück.
Laßt uns darauf hoffen, dass das Paradies noch nicht verloren ist.
Laßt uns aufbrechen auf die Reise um die Welt!
Laßt uns alle diese Welt ein bisschen schöner, heller, liebenswerter machen!




Dieser fesche Herr, der den Weihnachtsbaum nach England brachte, starb heute vor 156 Jahren am 14.Dezember 1861




Sicherlich brachte auch ihm in Kindertagen das Christkind die Geschenke und legte sie auf den Gabentisch.



Wappen des Prinzen Albert

Seit 1917 heißt das britische Königshaus nicht mehr von Sachsen-Coburg und Gotha, sondern hat sich umbenannt in Windsor. Man wollte nicht so Deutsch sein, wobei man seine Herkunft ja nicht abstreifen kann wie einen alten Pulli, auch wenn er so "schön" ist wie diese hier:



Royal Family in Wachs
Mme. Tussaud




Bis heute kommt der Weihnachtsbaum der Queen von ihrer deutschen Verwandschaft aus Coburg.

Merry Christmas Euch allen, egal wo Ihr seid.
Bleibt heiter, irgendwie!






Dienstag, 12. Dezember 2017

Phantastischer Mittelalterlicher Lichtermarkt Dortmund - Eine Alternative

In meiner Heimatstadt Dortmund findet man einen der grössten und schönsten deutschen Weihnachtsmärkte.
Diese Jahr zum 119.Mal .
Natürlich auch wieder mit dem grössten Weihnachtsbaum der Welt.


Dortmund Hansaplatz
weihnachtsmarkt.tetraeder.com/show.php
Livebilder vom Hansaplatz

An mehr als 300 Marktständen findet der Besucher alles, was man von einem Weihnachtsmarkt erwartet....Krippenfiguren, Glühweinstände, Reibekuchen, Bratwurst, Christbaumschmuck, Socken, Mützen, Schals, Spielzeug, Kerzen.....es könnte endlos weitergehen.


Unser Christbaum 2017

Die Glühweintasse 2017 in den Vereinsfarben von Borussia Dortmund - Schwarz-Gelb


An der Reinoldikirche



So ein klassischer Weihnachtsmarkt ist schon toll.

Für all diejenigen, die aber mal eine Alternative zum klassischen Weihnachtsmarkt suchen, sei der mittelalterliche Lichtermarkt im Fredenbaumpark in Dortmund empfohlen.


Lichtermarkt Fredenbaumpark 2017

See und Bäume sind in magisches Licht getaucht. Überall brennen Feuer und tausende Kerzen und schaffen so eine ganz besondere Atmosphäre.












Piratenschiff inclusive

Da beide Weihnachtsmärkte nur ein paar U-Bahnstationen auseinander liegen, schafft man sie gut an einem Tag.
Vielleicht schaut Ihr ja mal vorbei.

Wünsche Euch allen eine schöne, besinnliche Adventszeit.