Winterwunderzauberschöne Grüße

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Schloss Nordkirchen - Das westfälische Versailles

Dienstag, 26. September 2017

Ein Baum wie Napoleon

Unweit unseres Hauses, im Landschaftsschutzgebiet zwischen Dortmund und Lünen und hinter der alten Landwehr,


Alte Landwehr



Letzter, erhaltener Landwehrturm in der Nähe der U-Bahnstation Westfalenhalle

 einem immer noch existierenden Schutzwall aus dem Mittelalter, findet man ein Naturdenkmal der besonderen Art.


Die Napoleonsbuche

Die Rotbuche im Sommerkleid

Die Rotbuche im Winter, ohne Kleid

Napoleonsbuche wird sie sicherlich genannt, weil sie vom Wuchs her an Napoleon erinnert. Breitbeinig steht sie da und imposant. Der Zwillingsstamm hat in über 2 Metern Höhe zueinander gefunden und wuchs gemeinsam weiter.


Die typische Pose des französischen Kaisers Napoleon

Mehr als 220 Jahre soll sie alt sein und somit wäre sie ungefähr zu dem Zeitpunkt gepflanzt worden, als unser Haus erbaut wurde und Dortmund, als freie Reichsstadt, dem Großherzogtum Berg angehörte, dessen Staatsoberhaupt Kaiser Napoleon war.


 Man merkt es unserer Sprache bis heute an, dass wir mal alle "Franzosen" waren.
Meine Großmutter sagte Plumeau, wenn sie das Oberbett meinte, wir sagen Portemonnaie anstatt Geldbörse, das Trottoir ist mancherorts auch heute noch der Bürgersteig und sogar die "Fisimatenten" und der Pumpernickel (ein dunkles, mehr als 24 Stunden gebackenes westfälisches Vollkornbrot) sollen ihren Ursprung in der französischen Sprache haben.


Die Geschichte, dass Napoleon auf seinem Rückzug nach dem gescheiterten Russlandfeldzug 1812 an dieser Stelle campiert und unter der Buche genächtigt hat, am anderen Morgen frisch und gestärkt durch die Buche hindurch gen Paris geritten sein soll, ist nicht wirklich belegt. Die Buche muss damals auch noch sehr klein gewesen sein. Nun ist Napoleon auch vom Wuchs her kein großer Mann gewesen, aber ein Hobbit war er auch nicht.Diese Anekdote gehört ins Reich der Mythen und Märchen, aber es kann gut sein, dass hier irgendwo sein Heer gelagert hat.Paris ist nicht so weit.

Dortmund Kupferstich um 1620 von
Matthäus Merian

Ich liebe alte Bäume. Gleich hinter dem Feld gibt es ein kleines Wädchen in dem auch schon imposante Buchen stehen. Sie stehen da und standen schon vor dem 1. Weltkrieg dort.Dieser Ort ist so ruhig und man fühlt sich dort geborgen. 


Jetzt blühen noch die Sonnenblumen


Dieses Jahr steht sie mitten im Mais, die
Napoleonsbuche





Die Initialen der Liebespaare, die sich unter der Buche getroffen und in ihrer Rinde verewigt haben, sind mit dem Baum in die Höhe gewachsen, aber immer noch sichtbar.




Rast unter der Buche

Sicherlich gibt es bei Euch auch Naturdenkmäler deren Schönheit zu erkunden sich lohnt.

Wer Bäume setzt, obwohl er weiß, dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird, hat zumindest angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

Rabindranath Tagore



Kommentare:

  1. What a beautiful beech tree. It almost looks like two trees hugging. I can see why the couple in love carved their initials. I wonder if they stayed together!
    Have a wonderful week :)

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  2. Dearest Barbara,
    I heartily thank you for another wonderful post of yours I missed such a lot !
    As you surely know Napoleon dominated for years our North too and here in Piedmont, expecially in the area where I do live, every year, while plowing the fields, the farmers often still can find pieces of armatures and weapons which belonged to Napoleon and his men... that's so fascinating, isn't it ?

    In the hope you're having a blessed week so far,
    I'm sending my dearest love to you,
    with sincere gratitude

    XOXO Dany

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  3. This tree has character. Ich liebe Baeume ueber alles.

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