Beim Heurigen in Traiskirchen

Freitag, 27. November 2015

Dobrynia - Russlands Geschenk an Frankreich

Meine Pariser Freundin Annemarie erzählte mir die traurig-schöne Geschichte der Pariser Polizeihündin Diesel, die auch ein Opfer des unmenschlichen Terrors in Paris wurde.

Präsident Putin mit seinem Hund Buffy

Als der russische Präsident  Wladimir Putin, der auch ein großer Hundefreund ist, davon erfuhr, entschloss sich Russland spontan den Franzosen ein Geschenk der Solidarität und des Mitgefühls zu machen. 

Als Zeichen der Hoffnung wird der kleine Deutsche Schäferhund Welpe Dobrynia seine Reise nach Frankreich antreten.

Der süße russische "Bär" Dobryniotschka
Ich wünsche dir ein schönes, langes Hundeleben.
Oodacha Dobrynia





Dienstag, 10. November 2015

Der große Kanzler - Adieu Helmut Schmidt

Ich werde ihn sehr vermissen, diesen streitbaren, weisen, großen Menschen. Diesen sensiblen Schöngeist.Das politische Gewissen der Nation. Einer, dem man zuhören wollte und der immer was zu sagen hatte.Ihn, der Mozart und Bach so liebte. In einem Interview sagte er einmal, wenn die Historiker eines Tages zu der Erkenntnis kämen, er hätte seine Sache anständig gemacht, wäre er zufrieden.

Chapeau!


Bon voyage und Tschüs!
Helmut Schmidt, Lieblingskanzler der Deutschen
23.12.1918 - 10.11.2015


Hänsel und Gretel - Märchenhafte Oper zur Weihnachtszeit

Ich muß so 6 Jahre alt gewesen sein, als mich meine Oma Helene zum ersten Mal mitnahm in die Oper. 
Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck (nicht zu verwechseln mit dem britischen Schnulzensänger gleichen Künstlernamens) stand auf dem Spielplan. Eine märchenhafte Kulisse baute sich vor mich auf. Der tiefe, dunkle und auch manchmal unheimliche Wald, Hänsel und Gretel die sich beim Beerenpflücken verlaufen und schließlich an die böse Hexe, die im Knusperhäuschen aus Lebkuchen und Zuckergebäck wohnt, geraten. Das die nichts gutes mit den Kindern vorhat kann man, schon anhand der zu Lebkuchen gewordenen Kinder vor dem Hexenhäuschen, erahnen. Und grauslig sieht sie aus, die Hexe, buckelig, faule Zähne , eine riesige Nase (meist mit schwarzer Warze darauf), runzelig. Igitt!


Heute kann man sie nicht mehr an Äußerlichkeiten erkennen, die Hexen dieser Zeit!

Schauspielerin Anja Kling als schöne, böse Hexe

Der Unterscheid zur Märchenvorlage der Gebrüder Grimm ist, dass es keine böse Stiefmutter gibt . Böse ist nur die Hex.

Die Uraufführung der Märchenoper fand am 23.12.1893 in Weimar statt. Schnell wurde die Oper und ihre Arien überall bekannt. Fast jeder kennt heute noch die Stücke, die mittlerweile Volksliedcharakter haben wie:

Suse, liebe Suse was raschelt im Stroh?
Suzy, petty Suzy what´s rustling the straw?
Suzon, jolie Suzon quel est ce bruit dans la paille?
oder
Ein Männlein steht im Wald ganz still und stumm
Within the wood a mankin stand all alone
oder 
Brüderchen komm tanz mit mir.
Kennen wir alle und wird heute noch im Kindergarten gesungen.


In jeden Märchenpark gehört ein Knusperhäuschen

Ganz besonders schön ist der Abendsegen am Ende des 2. Akts
Abends wenn ich schlafen geh...

Brigitte Fassbaender als Hänsel
Edita Gruberova als Gretel

Erhältlich auf DVD



Hexen- und Knusperhäuschen gehören auch heute noch zum Weihnachtsfest.


Knusper, knusper Knäuschen....

Jedes Jahr in der Advent und Weihnachtszeit wird diese stimmungsvolle Oper an Opernhäusern aufgeführt.
Die Oper Dortmund zeigt diese schöne Märchenoper an folgenden Tagen:

Opernhaus Dortmund

20.11, 5,12,18, 25, 27 und 29.12. sowie am 03. und 27.01.2016

Als Vorgeschmack einige stimmungsvolle Bilder der Dortmunder Inszenierung


Hänsel (Ileana Mateescu) und Gretel (Julia Amos)


Am Knusperhäuschen


Der kleine Sandmann
Tamara Weimerich


Sera Goesch als Sandmännchen
Wiener Volksoper 2012


Verloren im tiefen Wald

Geht doch auch auf Märchenreise, zu bösen Hexen, guten Sandmännchen und schützenden Engeln und erlebt ein Stück vergangene Kindheit neu.

Hier gibt´s Karten für Hänsel und Gretel und für andere, märchenhafte Aufführungen der Oper Dortmund:
www.theaterdo.de

Die Ruhrnachrichten schrieben am 10.11.2015

"Humperdincks Hänsel und Gretel in Dortmund ist ein Traum."
"Oper á la Hollywood - märchenhaft schön."
"...diese Hexe trägt Abendrobe und kann mindestens so gut zaubern wie Harry Potter."

Mittwoch, 1. Juli 2015

Die Würde des Schweins ist unantastbar

Unsere wundervolle Adele ist heute über die Regenbogenbrücke gegangen.
13 Jahre wurde sie alt und hatte, im Gegensatz zu den Millionen anderer armer Schweine die täglich auf unseren Tellern und im Abfall landen, ein traumhaftes, würdevolles Leben. Sie hinterlässt ihren Mann , zwei Kinder und mich - adeleseelenallein.


Mein schönes Borsti-Mädel


Ein schönes Schweineleben war es (Adele im Hintergrund)


Lebe wohl auf deiner Regenbogenwiese mein süßes, sanftes Adelchen. ich werde dein zartes Begrüßungs-Öff-Öff schmerzlich vermissen. Ich bin sehr, sehr traurig, dass wir uns nun eine ganz lange Zeit nicht mehr sehen werden. Die Bilder von dir in meinem Herzen, werden mich nun bis zum Ende meines Lebens begleiten und trösten.


Dienstag, 30. Juni 2015

Es ist Sommer....

Endlich ist er da, der Sommer!


Der Garten explodiert bei diesem Wetter und läßt die holde Gärtnersfrau nicht zur Ruhe kommen. Die Stunden im Garten sind Meditation und Muße und man wird doch für alles belohnt, wenn die balsamischen Düfte von Rosen und Lavendel die Sinne betören.


Warm Welcome


Wahlspruch meiner Großmutter


Ruheplätzchen?


Einer unserer Froschkonzertsolisten

Seine Lieblingsarie: Nessun dorma (Keiner schlafe) aus Puccinis Oper Turandot


Im Vordergrund blüht "Maria Theresia", links, am Pavillon "Lawinia" daneben "Belle de Crecy". Rechts vom Pavillon wartet "Felicité et Perpetue" auf ihren großen Auftritt


Lawinia


Im Vordergrund "Souvenir de la Malmaison", daneben "Benjamin Britten" weiß blühend "Schneewittchen" im Hintergrund am Pavillon "Russeliana"


Russeliana


Hier blüht die wunderschöne "Heritage", eine von über 170 Rosenstöcken in unseren Gartenräumen


Gestatten: Schneewittchen über ihr der blaue Dortmunder Himmel


Hier geht es zum Garten für die Gäste unseres

Country Lovers Cottage


Gästeterasse



Der Neuzugang im Cottage Garten, mein Herzenswunsch, eine "Marlborough Bank"


Mein kleines Britannien


Da blühte noch der Apfel "Cox Orange"


Die "Villa Wellblech"







Mittwoch, 28. Januar 2015

Große Oper - Lina Cavalieri 25.12.1874 - 07.02.1944 Die Muse Fornasetti´s

Die Mona Lisa der Florentiner Manufaktur Ritossi


Natalina (Lina) Cavalieri


Wer ist diese Unbekannte, die uns von Vasen zublinzelt, kostbares Geschirr ziert, die mal einen Schnurrbart  á la Dali trägt oder eine Maske wie Zorro? Fast jeder hat sie schon einmal gesehen und seit der Mailänder Künstler Piero Fornasetti sie 1950 in Holz geschnitten hat, wurde ihr Konterfei millionenfach abgebildet.


Seine Muse war die Opernsängerin Lina Cavalieri, die man seinerzeit auch die Königin der Belle Époque nannte. Das Kind armer Eltern fiel früh durch ihre Schönheit und ihren glockenhellen Gesang auf.. Ihr Talent blieb nicht unerkannt. Früh schon stand sie auf den Opernbühnen von Neapel, Rom, Paris, Berlin, London und New York u. a. mit ihrem guten Freund Enrico Caruso.
Ihr wurden unzählige Affären nachgesagt, mit einem russischen Prinzen, einem amerikanischen Millionär aus der Astor-Dynastie, einen deutschen Herzog soll sie gar geheiratet haben. Nicht alle Liebschaften sind verbürgt.


Als ihre Stimme den Zenit überschritten hatte, eröffnete sie 1914 einen Schönheitssalon in Paris, kreierte ein eigenes Badesalz und riet allen Frauen zum flachen Kopfkissen zwecks Vorbeugung eines Doppelkinns.
In den USA drehte sie Stummfilme bevor sie 1925 zurück in die Heimat fand. Sie gab Gesangsunterricht in ihrer Villa Capuccina in Fiesole bei Florenz.

 Schrifsteller Gabriele d´Annunzio schwärmte: Sie sei die Verkörperung der Venus auf Erden
 Königin der Belle Époque
 Ihr Konterfei auf Postkarten jener Zeit
Césare Tallone portraitierte Lina Cavalieri 1900

Bei einem Bombenangriff der Alliierten im Jahre 1944 kam sie 70-jährig um´s Leben. Ihr Körper wurde nie gefunden.

Fornasetti und seine Muse sind sich nie begegnet. Er fand ihr Foto in einem Buch aus dem 19. Jahrhundert und war gleich begeistert von ihrer makellosen Präsenz.
An die 350 Variationen gibt es von ihrem Gesicht. Auf einen Teller ließ es Fornasetti 1952 zum ersten Mal drucken. 



Wer einen Sinn für Schönheit besitzt, kommt an dieser Dame einfach nicht vorbei. Ihre großen, kindlichen Kulleraugen springen einen förmlich an und die vielen, vielen Teller mit ihrem Bild wecken die Sammelleidenschaft.





Bedenkt bitte, das es sich um eine historische Aufnahme handelt, aber so kann man sich doch einen kleinen Eindruck von ihrer Stimme verschaffen.

Dienstag, 27. Januar 2015

Gegen das Vergessen - Das hohe Lied der Freundschaft

Heute, am 70 sten Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Sowjetarmee, möchte ich Euch eine kleine "Liebesgeschichte" erzählen.


Leni und Alice waren von Kindesbeinen an Freundinnen. Sie hatten als Kleinkinder den ersten Weltkrieg überlebt, gingen zusammen zur Schule, teilten alle Geheimnisse miteinander, zogen sich manchmal sogar wie Zwillinge an. Das Alices Mutter Jüdin war, das war in den 1920er Jahren überhaupt kein Thema. Die preußische Tugend Toleranz wurde noch gelebt. Mit der Machtergreifung Hitlers sollte sich das aber bei vielen ändern.

Leni und Alice 


Auf einmal sollte alles anders sein. Die Verblendungsmaschinerie setzte sich in Gang und Millionen ließen sich verführen. Ich bin heute noch fassungslos darüber, dass Menschen aus deren Mitte ein Schiller, Goethe, Beethoven entstammt,eine humanistisch geprägte Gesellschaft die schon im 18. Jahrhundert durch Friedrich den Großen "aufgeklärt" wurde, so ein gewissenloses, menschenverachtendes Verhalten toleriert hat. 


Ungeachtet dieser Lebensrealität trafen sich Leni und Alice später heimlich, gaben sich gegenseitig Trost und Halt. Leni konnte den Nazis und dieser platten Deutschtümelei nichts abgewinnen, bei ihr ging die böse Saat nicht auf. Als Alices schwerkranke Mutter ins Arbeitslager, was ihren sicheren Tod bedeutet hätte, gebracht werden sollte, ging Alice für ihre Mutter. Lenis Mann fiel im Krieg, irgendwo in Frankreich, 1944, man hat ihn nie gefunden, er war keine 30 Jahre alt und Leni hat nie wieder geheiratet, und Alice? Dem Himmel sei Dank, haben die Amerikaner das Lager, in dem Tante Alice  war befreit. Die Freundinnen hatten sich wieder, aber mit dem Krieg und der grausamen Nazidiktatur starb auch ihre Jugend, ihre Träume , ihre Hoffnungen. Die Kinder dieser Zeit wurden ihrer Unschuld beraubt.


Wie oft habe ich in Tante Alices Garten als Kind gespielt, mehr als 20 Jahre nach Kriegsende. Diese liebe, warmherzige Frau dessen Garten voller bunter Blumen war, ein Garten durchflutet von Licht, Farben und Liebe zum Leben und zu den Menschen. Wir dürfen und wir werden sie nicht vergessen, die Millionen, die der Nazidiktatur zum Opfer fielen. Solange sich auch nur einer an sie erinnert, sind sie nicht tot.



Tante Alice

Versucht Euch einfach lieb zu haben, es ist doch gar nicht so schwer!

PS: Leni war meine wunderbare, kluge Grossmutter.