Beim Heurigen in Traiskirchen

Montag, 3. September 2012

Mr. Wilbur Huntsley

Gestatten, Mr. Wilbur Huntsley, ein Name wie aus einem Jane Austen Roman und seit seiner Adoption durch uns, das Maskottchen unseres Bed&Breakfast for countrylovers.
Füchse mochte ich schon als Kind. Meine Mutter hatte als Kind einen zahmen Fuchs als Haustier. Verletzt wurde er gefunden und aufgepäppelt und ist einfach geblieben. Wer jemals die Geschichten vom Reineke Fuchs gelesen hat, der urspünglich aus Lothringen kam und 1498 noch Rynke de Vos hieß, wird seinem Charme erlegen. Sein Listenreichtum war legendär. Seine Geschichte lehrt aber auch, dass Mut, Geschicklichkeit und heller Kopf verfahrene und fast hoffnungslose Lagen meistern können.
Das war schon immer so:
Stärker als Dummheit und Gewalt ist der Geist!

Noch bis ins Jahr 2005 wurden seine Artgenossen in Großbritannien, dem Land wo das Fair Play geboren wurde, auf barbarische Art und Weise durch Hetzjagden zu Tode getrieben. Wahrlich kein Ruhmesblatt für diese große Nation. Vielleicht war ja der Neid des Humanen auf die Schlauheit des Animalen ein Grund dafür. Der Mensch tut sich schwer damit, etwas größeres neben sich gelten zu lassen, anzuerkennen, neidlos anzuerkennen. Wir haben uns zwar im Laufe der Evolution in den aufrechten Gang begeben, jedoch scheint unser Charakter dieser Entwicklung nicht immer gefolgt zu sein. Es gibt noch viel zu tun auf dieser Welt!

Mr. Wilbur Huntsley genießt jedoch als Mahner und Stellvertreter aller, durch den Menschen, geschundenen Lebewesen bei uns lebenslanges Asyl und wir werden weiter daran arbeiten, ein Stück mehr Humanität und Humanimalität in diese Welt zu tragen.



 Mr. Wilbur Huntsley
 Friedliches Miteinander
 Schonzeit für schlaue Füchse
 Verdientes Asyl im Bed&Breakfast for countrylovers
Mr. Huntsley´s persönliche Leibwache



 Das kätzische Pendant
Fuchs in Freiheit

Donnerstag, 9. August 2012

Hermann Hesse - 50. Todestag


Heute vor 50 Jahren starb der Literaturnobelpreisträger Hermann Hesse mit 85 Jahren in seinem Refugium am Luganersee. Auf dem Weg zum Abitur kommt kaum eine/einer an Hesse vorbei und das ist gut so, in einer Zeit die überfrachtet ist mit Eitelkeit, Oberflächlichkeit und gewöhnlichem. Bei Hesse gibt es nur zwei Wege, entweder man liebt ihn oder man lehnt ihn ab(das Wort Haß, habe ich bewußt nicht gewählt, da es für mich etwas endgültiges, destruktives beinhaltet und das wäre nicht im Sinne Hesses).
Meine erste Erzählung, die ich von ihm laß, war "Narziß und Goldmund" . Es handelt von zwei Klosterschülern, der eine vom Bauchprinzip, der andere vom Kopfprinzip geleitet, die zwei Urprinzipien, die untrennbar miteinander verbunden sind und gegensätzlicher nicht sein könnten. Narziß ist der Denker, Goldmund der Sinnsuchende. Ein Werk voller Dramatik und Psychologie, voll innerer Zerissenheit.Hesses Sprache ist anrührend, berührend, überirdisch schön. Er kannte die zwei Seelen, die in eines jeden Menschen Brust schlagen. Ein jeder von uns ist Narziß und auch Goldmund, ein jeder auf der Suche nach einem höheren Seinszweck. Hesses Helden waren die Außenseiter, die Unangepassten, die gegen den Strom schwimmen. Hesses Leitthema war die Außeinandersetzung mit Autoritäten, des Menschen Widerstreit zu vorgegebenen Systemen. Er ist Aufklärer, Mahner, Sinnsuchender und Mystiker. Er ist heute aktueller denn je, er macht Mut irgendwie anders zu sein.
Man kann sich getrost auf ihn einlassen!

Wer keine Lust zum Lesen hat, der kann sich Hesses "Narziß und Goldmund" von Ulrich Noethen vorlesen lassen. Es ist als Audio-CD im Hörverlag erschienen: www.hoerverlag.de



 Der Mensch Hesse
 Hesse Haus

Eines der schönsten deutschen Gedichte ist zweifelsfrei "Stufen" von Hermann Hesse.

Stufen

Wie jede Blüte welkt,
und jede Jugend dem Alter weicht,
blüht jede Lebensstufe,
blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
um sich in Tapferkeit und ohne trauern
in andere, neue Bindungen zu geben.

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
an keinem wie an einer Heimat hängen.
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen.
Er will uns Stuf um Stufe heben,weiten.

Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise,
und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen.
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
uns neuen Räumen jung entgegen senden.
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden.

Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde

Hermann Hesse




Donnerstag, 19. Juli 2012

Samt und Seide - Habseligkeiten zum Verlieben

Hallo Ihr Lieben auf dem Erdenrund!

Das schlechte Wetter hat auch etwas Gutes, ich hatte mal wieder Zeit, Ideen in die Tat umzusetzen. Ich habe tagelang in Stoffen gewühlt, Rüschen und Bänder sortiert, Ideen verworfen, Farbkombinationen erstellt. In meinem "Atelier" herrschte Chaos. Herausgekommen sind eine ganz süße, romantische Tasche und ein wundervoller Schal, üppig, verspielt, so wie ich es mag. Ermutigt durch meine Familie und Trägerinnen meiner Schalcreationen, kann man meine kleinen Habseligkeiten jetzt auch bei DaWanda erstehen. Ich hoffe Euch gefallen meine stoffgewordenen Ideen.


 Pandoras Bag
 Ich liebe diesen Romantik-Look
 Detailansicht
 Schal "A l´Opera" Hommage an Renoir
 Seidenblüten, Spitze und ein bißchen Renoir
Ich liebe diese Farbkombination

Montag, 9. Juli 2012

Sah ein Knab ein Röslein stehn.....

Halbe Sachen gibt es für Johan Kirsten nicht, weder in der Liebe 
noch im Beruf. Überträgt man diese Lebensphilosophie auf einen Rosengarten, so kann man sich leicht ausmalen, was dabei herauskommt. Vor den Toren Wiens hat sich der Opernsänger und Publikumsliebling des Würzburger Mainfrankentheater zusammen mit seiner bezaubernden Gattin sein persönliches Rosarium geschaffen. Einen verwunschenen, romantischen, geheimen Rosengarten in dem der beliebte und sympathische Sänger Kraft und Energie tankt.
Wer auf Top-Niveau singt, wie Johan F. Kirsten, muß hart arbeiten, auf vieles verzichten und Disziplin an den Tag legen, von nichts kommt nichts und Operngesang ist Hochleistungssport, kein Zuckerschlecken.
Das es bei Kirsten dennoch so "leicht" daherkommt, ist der Tatsache zu schulden, dass der Sänger seinen Beruf als Passion empfindet.
Leidenschaft, tief empfundene Leidenschaft! Was Kirsten anpackt wird zur Herzensangelegenheit.
So haben das Ehepaar Kirsten aus einem verwilderten Grundstück ein Himmelbett für Rosen bereitet. An die 250 Rosenstöcke seltenster Sorten werden in der spärlichen freien Zeit gehegt und gepflegt und belohnen die Besitzer und die, die des Weges kommen jedes Jahr auf´s neue mit einem Rausch an Farben und Duft.
Everything grows with love, könnte ein Lebensmotto von Johan Kirsten sein und vielleicht hat ja auch er, die Träume seiner Kindheit in einem Garten wiedergefunden.

 Opernsänger mit grünem Daumen,  Bass-Bariton Johan F. Kirsten
 Auf der Opernbühne als Don Pedro in L´Africaine
 Wie ein Kardinalsgewand
 Diese Farben machen gute Laune
 Schönheit entsteht im Auge des Betrachters
 Wer in schönen Dingen eine schöne Bedeutung erkennt gehört zu den Kultivierten, für ihn besteht Hoffnung!
Oscar Wilde



Betörend für alle Sinne
Nach grandioser Vorstellung - Rosen von einer Verehrerin

Sonntag, 1. Juli 2012

Erinnerungen....

Beim sonntäglichen Frühstück schwelgten wir, nicht ohne einen Anflug von Wehmut, in Kindheitserinnerungen und stellten fest, dass so viele Dinge einfach verschwunden sind, die uns früher lieb und teuer waren, die aber auch heute durchaus noch eine Daseinsberechtigung hätten.
Wer kennt noch das Eis "Brauner Bär"? Spätestens seit den Winnetoufilmen war es doch ein Renner in der Eistruhe so vieler Kioske und Büdchen mit seinem herrlichen, zartschmelzenden Karamellkern. Ob Junge oder Mädchen, alle schleckten "Brauner Bär". Spätestens mit Winnetous Filmtod wurde es wohl zum Problembären und ging mit dem Häuptling der Apachen in die ewigen Jagdgründe ein, schade!


Werbeplakat "Brauner Bär" 70er-Jahre

Ähnlich erging es den Guckis, jenen niedlichen, kleinen Bildbetrachtern in Minifernseherformat, die man gerne als Souvenir mit nach Hause brachte von Urlaubsreisen oder Schulausflügen. Vom Hamburger Michel über die Dechenhöhle bis zu Schloß Neuschwanstein, alles war vertreten. Guckis heißen heute I-Pads, so ändern sich die Zeiten. Den einfachen Schneekugeln mit Märchenmotiven ging es auch an den Kragen. Wie freuten wir uns doch früher, wenn Oma aus dem Urlaub eine Schneekugel mitbrachte. Wenn beim Schütteln der Kugel das arme, gefangene Sterntalerkind in seinem dünnen Hemdchen von einer Kunstschneelawine überschüttet zu ersticken drohte, dann hatte das schon fast etwas meditatives.


 Gucki Wien
Schneekugel "Brüderlein und Schwesterlein"

Und wie sah es in unserer Fernsehlandschaft aus? Drei Programme, bis 16:00 Uhr Testbild mit diesem elendigen Piepston (seitdem gibt es Menschen mit Tinitus) und diesen Flimmerbildern, daher auch der damalige Ausdruck Flimmerkiste, die eine Generation von Brillenträgern hervorbrachte. 1972 zur Olympiade hatten wir dann den ersten Farb-TV aber noch ohne Fernbedienung, die Couchpotatoegeneration war noch nicht geboren, aber immer noch mit Testbild und Piepston!
Samstagabend kamen dann die Highlights einer ganzen Generation. Nachdem wir von der Mutter fast bis zur Unkenntlichkeit durchscheinend ,in der Wanne geschrubbt worden sind, durften wir "überbrühten, rosigen Schweinchen" dann im Bademantel, die Haare dufteten nach grüner Apfel Shampoo,  auf der Couch Platz nehmen und nach der Werbeeinspielung des Gaard Haarstudios (keine Erfindung von Otto, gab es wirklich) unsere Lieblingssendungen die da hießen: Bonanza, Daktari oder Kung Fu, nicht zu vergessen Catweazle, anschauen. Auf den Schoß legte Mutter uns ein Trockentuch und dann gab es Toast Hawaii, jene Erfindung des ersten, deutschen Fernsehkochs Clemens Wilmenrod. Das waren doch wahrlich herrliche Zeiten!


Daktari und Clarence, der schielende Löwe
 Catweazle
Toast Hawaii

Einen schönen Sonntag und viel Spaß beim Schwelgen in Kindheitserinnerungen
wünscht Euch die Babsi


Freitag, 22. Juni 2012

Countrylovers Rosengarten

Endlich blühen die Rambler in voller Pracht, trotz mäßigen Wetters. Die dankbare Felicité et Perpetue hat sich innerhalb von 3 Jahren einen großen Teil des Pavillons erobert. Wir sitzen unter einem Dach aus Rosenblüten.

Felicité et Perpetue

 Du samtene Schöne

 Drei Blühstadien von Russeliana
 Die wunderschöne Falstaff
 Falstaff en Detaile
 Licht und Schatten einer Austin Rose
 Eine Rose ist eine Rose
Die schöne Chippendale

Lieblingsstücke


Meine Lieblingsstücke für diesen Sommer warten auf ihren ersten Auftritt, doch von Sommer keine Spur. Unbeständig, regnerisch, ein typischer mitteleuropäischer Sommer wird uns wieder angekündigt. Die Sommer meiner Kindheit sahen anders aus, aber das ist ja schon soooo lange her.