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Dienstag, 11. Dezember 2012

Weihnachten wie es früher war - Traditionen und Bräuche

Haben wir nicht die schönsten Erinnerungen an das Weihnachtsfest - das Fest der Liebe, als wir noch Kinder waren und nicht so geschäftig wie die Erwachsenen ? Als die Welt für uns still stand, die Tage bis zum Heiligen Abend nicht vergehen wollten. An jedem Adventssonntag vor Weihnachten wurde eine neue Kerze am Adventskranz angezündet, brachte Licht und Freude in unser Leben.


Adventskranz in traditionellem rot

Damals wurden die schönen, alten Weihnachtslieder noch von uns selber gesungen, wir waren alle textfest!Wir lernten fleißig die Gedichte vom Knecht Ruprecht und vom Christkind.....denkt Euch, ich habe das Christkind gesehen, es kam aus dem Walde, das Mützchen voll Schnee.., übten Weihnachtslieder am Klavier.... Das Haus war in Kerzenschein gehüllt, Oma backte die ersten Plätzchen, wir naschten natürlich immer viel zu viel Teig (schlecht geworden ist mir nie davon, entgegen den Warnungen meiner Großmutter), es roch nach Zimt und köstlicher Vanille, wie überhaupt Weihnachten die Zeit der köstlichen Gerüche ist.

Köstlicher Bratapfel

Dann kam der Tag des Heiligen Abend. Mama war den ganzen Tag in der Küche beschäftigt, da wurde das Silber geputzt und die Gläser poliert und ich zählte die Stunden, die Minuten bis zur Bescherung. Im Radio lief "Wir warten auf´s Christkind" und ich schaute hinaus in die Dämmerung und in mir und aus mir sang es heraus: "Schneeflöckchen, Weißröckchen, wann kommst du geschneit, du wohnst in den Wolken, dein Weg ist so weit.." Weiße Weihnacht blieb oft ein frommer Wunsch. Wenn es denn doch einmal geschneit hatte wurde, um die Zeit zu verkürzen, eine Wanderung durch den Schnee gemacht. Alles war so still, die Menschen saßen hinter den erleuchteten Fenstern, leise drangen weihnachtliche Klänge in mein Ohr und ich genoß das Geräusch des knirschenden Schnees unter meinen Schuhen oder das kaum vernehmbare Fallen der weißen Flocken. Da war sie endlich, die friedlichste Zeit des Jahres, Stille und Geborgenheit.

Zuhause angekommen konnten wir es vor Spannung kaum aushalten. Es war früher üblich, dass man den geschmückten Weihnachtsbaum erst dann sehen durfte, wenn das Christkind die Geschenke gebracht hatte und ein helles Glockenläuten die Öffnung der Pforte weihnachtlicher Kinderglückseligkeit ankündigte. Ehrfürchtig standen wir dann erst einmal vor dem Baum der Bäume. Mama hatte nicht vergessen ihn mit meinen liebevoll gebastelten Stroh- und Fröbelsternen zu dekorieren (ein paar davon habe ich immer noch).
Er leuchtete, überstrahlte alles, der Anblick allein war Geschenk genug.

Am Weihnachstbaum, die Lichter brennen

Das Christkind war und ist 100 % verlässlich! Es brachte mir ein neues Puppenkleid, einen von Papa selbst gezimmerten Kaufmannsladen, eine Puppenstube oder ein neues Buch. Egal was es auch war, das größste Geschenk war es selbst. Puppenstube und Kaufmannsladen sind verschwunden, die Erinnerung aber, die Vorfreude, die ja bekanntlich die größste Freude ist, die hat es mir ins Herz gelegt, als ein Geschenk, das nie vergeht, das überdauert, das man weitergibt mit all seinem Zauber und seiner Magie.

Gutes, altes Christkind

"Am Himmel geschehen Zeichen und Wunder" stammt von Friedrich Schiller und gilt für mich nicht nur in der Weihnachtszeit. Setzt ein Zeichen, damit Wunder wahr werden!








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